Vandalismus und Müll sorgen für Ratlosigkeit

Denkmal an der Pfalz Grona mit Farbe beschmiert. Bürgerinitiative Hagenberg ärgert sich über vermüllte Parkanlagen

Göttingen.

Als Hans-Peter Paulsen und Bernd Elbeshausen vergangene Woche durch die Pfalz Grona in der Göttinger Weststadt spazieren gingen, machten die beiden eine unschöne Entdeckung: Zu ihrem Ärger stellten die beiden Tageblatt-Leser und Anwohner am Hagenberg fest, dass der Denkmalstein in der Alten Königspfalz mit Farbe besprüht worden ist.

Der mehrere Meter hohe Steinbrocken sowie die Infotafel, die an die alte Residenz und den Sterbeort des Kaisers Heinrich II. im elften Jahrhundert erinnern, wurden mit Farbe besprüht. Mehrere Buchstabenkürzel in den Farben Schwarz und Weiß haften jetzt an den Fassaden.

„Warum macht man so etwas?“, hinterfragt Paulsen die Beweggründe der Täter. Am Morgen des 2. Mai seien die Schmierereien aufgetaucht. Er vermutet Feiernde im jugendlichen Leichtsinn hinter der Aktion. „In dieser Dimension gab es hier so etwas noch nicht“, sagt Elbeshausen, der gemeinsam mit Paulsen Mitglied der Bürgerinitiative Hagenberg ist.

Paulsen und Elbeshausen engagieren sich ehrenamtlich für die Denkmalpflege auf dem Hagenberg. Dass der Gedenkstein jetzt derart verunstaltet wurde, macht Paulsen im Hinblick auf die zu zahlenden Reinigungskosten fassungslos: „Wir machen so viel für die Wieder-Sichtbarmachung der Kaiserpfalz und dann müssen wir für so einen Scheiß Geld ausgeben.“

Beide rechnen mit mehreren hundert Euro, die das Entfernen der Farbe die Allgemeinheit kosten könnte. Ein spezielles Reinigungsmittel sowie eine fachmännische Reinigung machten die Säuberung so teuer. Paulsen würde auch selbst mit anpacken, sagt er.

Die alte Kaiserpfalz sei ein Ort, der Geschichte erzähle, und sei daher besonders schützenswert, erzählt Paulsen: „Das ist einfach ein Kulturdenkmal und ein Kulturschatz.“ Das gelte auch für die Anwohner auf dem Hagenberg: „Die Königspfalz ist für uns identitätsstiftend und trägt zu einem Miteinander in der Nachbarschaft bei.“

Nur wenige hundert Meter von der alten Königspfalz entfernt liegt der Grona-Pfalz-Park. Die Sitzbänke zwischen dem Spielplatz, dem Fußballfeld und dem Bouleplatz seien ein beliebter Treffpunkt für Jugendliche. Die Wiesen in der Parkanlage seien aber in letzter Zeit immer wieder vermüllt worden.

Bei gutem Wetter würden sich in den späten Abendstunden an Wochenenden bis zu hundert Menschen aufhalten, berichtet Paulsen: „Das zeigt uns, dass der Platz gut angenommen wird, was wir natürlich schön finden.“ Dazu muss er aber ergänzen: „Die Eigenverantwortung für den Müll ist bei manchen aber leider nicht vorhanden.“

Um einige der Menschen daran zu erinnern, mehr Rücksicht auf die Natur und das Erbe dieses Orts zu geben, hat sich Paulsen etwas einfallen lassen. Auf einem Flyer bittet er die Besucher des Parks um einen besseren Umgang mit Müll.

„Bitte machen Sie Ihre Musik mit Rücksicht auf die Anwohner und andere Gäste nicht ganz so laut. Und ganz freundlich wäre es außerdem noch, wenn Sie Ihren Müll nur in den dafür vorgesehenen Behälter entsorgen oder, wenn diese voll sind, direkt daneben legen würden“, hat Paulsen auf einen Zettel geschrieben, den er im Park verteilen wolle.

„Ich versuche es erst einmal freundlich“, sagt Paulsen und hofft, dass die Besucher in Zukunft von selbst ihren Müll entsorgen. Dabei sagt Paulsen aber auch: „Natürlich sind nicht alle damit gemeint.“ Viele Gäste würden sich vorbildlich verhalten. Lediglich ein kleiner Teil davon würde mit seinem rücksichtslosen Verhalten dem Park und dem Andenken an die alte Königspfalz schaden.

Quellenangabe: Göttinger Tageblatt vom 13.05.2026, Seite 10

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